Marokko – ein Märchen aus 1001 Nacht
Landeskundliche Studienreise
vom 06.04. - 18.04.20 (13 Reisetage)
06.04. Mo. Frankfurt – Tanger
Individuelle Anreise nach Frankfurt. Am späten Nachmittag (z.Z. 16.40 Uhr) Linienflug mit Royal Air Maroc über Casablanca nach Tanger. Ankunft 22.45 Uhr. Empfang durch die lokale Reiseleitung. Hoteltransfer. 2 Übernachtungen im Hilton Garden Inn (4****), Tanger.
07.04. Di. Tanger (F/A)
Tanger, durch seine Lage auch als „das Tor zu Afrika“ bekannt, erstreckt sich terrassenförmig um eine weite Bucht an den Hängen der Ausläufer des Rif-Gebirges. Besichtigung der Neustadt mit ihren spanisch, italienisch und amerikanisch geprägten Vierteln und Fahrt zur Küste bei Cap Spartel, wo sich Mittelmeer und Atlantik treffen. Tanger hat sich in den letzten Jahren sehr stark verändert. Es ist ein neuer Yacht- und Fischereihafen entstanden, eine neue Freihandelszone direkt neben dem Flughafen und ein neuer Bahnhof für den TGV, den ersten Hochgeschwindigkeitszug in Afrika. Große Firmen wie z.B. Renault oder Zulieferer für die Automobil- und Flugindustrie haben erheblichen Anteil daran, dass Tanger zu einer der wichtigsten Industriestädte Marokkos wurde. Besichtigung des 2007 eröffneten Hafens Tanger Med zwischen Ceuta und Tanger. Außer dem Containerterminal gibt es auch einen Fährhafen für ca. 5 Millionen Passagiere und 500.000 Fahrzeuge im Jahr.
08.04. Mi. Tanger – Tetouan – Chefchaouen – Fès (F/A)
Fahrt nach Tetouan. Besichtigung der gut erhaltenen, von einer Stadtmauer umgebenen Medina, die noch weitgehend das Gesicht ihrer andalusischen Herkunft bewahrt hat (UNESCO Weltkulturerbe). Die mit schmiedeeisernen Gittern reich geschmückten hellen Häuser sind ebenso wie die schönen Plätze Beispiele für die andalusisch-maurische mittelalterliche Architektur. Weiterfahrt nach Chefchaouen, Marktzentrum des westlichen Rif mit noch vollständig erhaltener Medina. Bis 1920, als sie unter spanischem Protektorat geöffnet wurde, war dies eine für Nichtmuslime verbotene Heilige Stadt. Die schöne Lage über dem grün leuchtenden Flusstal des Oum Lahou im Schutze steiler Felshänge und die gut erhaltene Altstadt mit den blau-weiß gekalkten Häusern macht Chefchaouen zu einer der sehenswertesten Kleinstädte Marokkos. Von den Dachterrassen hat man einen atemberaubenden Blick auf die Häuser in verschiedenen Blautönen. Nach der Besichtigung ca. zweistündige Wanderung (keine bis geringe Schwierigkeiten). Das Rif-Gebirge (max. 2450 m) hat wegen Bauholzgewinnung, Brandrodung und Beweidung nur wenige naturnahe Waldreste wie mediterrane Hartlaubgesellschaften mit Steineiche als dominanter Baumart, dazu Kermeseiche. Im Kalkmassiv bei Chefchaouen kommt die Spanische Tanne Abies pinsapo var. maroccana als floristische Besonderheit vor. Wegen ihrer hohen Trockentoleranz ist sie als Klimawandelgehölz im Gespräch. Weiterfahrt über eine landschaftlich sehr interessante Strecke nach Fès. 2 Übernachtungen im Hotel Ramada (5*****).
09.04. Do. Die Königsstadt Fès (F/A)
Ganztägig Stadterkundung in Fès, älteste und bedeutendste der vier Königsstädte Marokkos, reich an Zeugnissen andalusisch-maurischer Kunst. Im 9. Jh. von Moulay Idriss II. gegründet, wurde Fès schon bald ein Zentrum der Künste und Wissenschaften, dessen Ausstrahlung die ganze arabische Welt beeinflusste. Rundgang durch die Medina (UNESCO-Weltkulturerbe als Musterbeispiel der orientalischen Stadt) mit ihren unzähligen kleinen Werkstätten: Viertel der Schreiner, Färber, Gerber, Schneider, Ziselierer, Kupferschmiede. Besichtigung der Zaouia (Mausoleum) von Moulay Idriss II. sowie der Kairouan Moschee (eine der ältesten der arabischen Welt) (beide dürfen nur von außen besichtigt werden), der Medersa Attarine und des Blauen Tors. Themen: Stadtgeographie, Kulturgeschichte, Tourismus.
10.04. Fr. Die Königsstadt Meknès (F/A)
Fahrt nach Meknès am Fuße des Mittleren Atlasgebirges. Gigantische Mauern umgeben die durch Sultan Moulay Ismail geprägte Stadt. Sie besichtigen das monumentalste Tor Marokkos – das Bab Mansour -, die Grabmoschee Moulay Ismails, die Getreidespeicher und Pferdeställe sowie die farbenprächtigen Souks. Besuch des Weinguts „Les Celliers de Meknès – Chateau Roslane“, das als Symbol für Wiederbelebung und Erneuerung des marokkanischen Weins gilt (auf 2500 ha Fläche wird hier ca. 50% der jährlichen Weinproduktion des Landes angebaut – 35 Millionen Flaschen im oberen Preissegment) mit Verkostung. Anschließend Weiterfahrt nach Rabat. 2 Übernachtungen im Hotel Belere (4****).
11.04. Sa. Die Königsstadt Rabat (F/A)
Rabat am Atlantik am südlichen Ufer des Bou-Regreg gelegen, die Hauptstadt Marokkos und Residenz des Königs, übt mit der hochgelegenen, malerischen Kasbah und bedeutenden Sehenswürdigkeiten eine besondere Faszination aus. Besichtigungen: Königspalast (von außen), unvollendeter Hassan-Turm (Wahrzeichen der Stadt), Oudaya-Kasbah mit prächtigen Toren und maurischem Garten, Chellah (Nekropole), das prunkvolle Mausoleum der verstorbenen Könige Mohammed V und Hassan II aus strahlend weißem Marmor, das als schönstes Beispiel der modernen islamischen Baukunst gepriesen wird.
12.04. So. Rabat – Casablanca – Marrakesch (F/A)
Fahrt in das wirtschaftliche Zentrum Marokkos, nach Casablanca. Stadtrundfahrt: Platz Mohammed V, Grenze zwischen der alten Medina und der Neustadt, mit Geschäftszentrum und Wohnvierteln, Houbous-Viertel (die neue Medina, die von den Franzosen 1923 erbaut wurde), die Kirche Notre Dame de Lourdes, das Mahakma (die frühere Residenz und der Gerichtssitz des Paschas). Erst 1956 fertiggestellt, ist dies eine erstaunlich gute Kopie eines andalusisch-maurischen Palastes. Entlang der Corniche Ain Diab zur Hassan II Moschee, nach Mekka die zweitgrößte Moschee der Welt. Besichtigung der Moschee von innen und Weiterfahrt nach Marrakesch. 2 Übernachtungen im Hotel Les Jardins de l’Agdal (4****).
13.04. Mo. Die Königsstadt Marrakesch (F/A)
Marrakesch, die südlichste und afrikanischste der vier Königsstädte, von Palmenhainen umgebene Oasenstadt vor der großartigen Kulisse des Hohen Atlas, gerühmt als die Perle des Südens. Die im 11. Jh. gegründete Stadt weist neben ihren roten Lehmbauten hervorragende Kulturdenkmäler des hispano-maurischen Stils vom 11. bis zum 19. Jh. auf. Stadtrundgang: Koutoubia-Moschee mit ihrem berühmten Minarett (Wahrzeichen von Marrakesch), Menara, Saadier-Gräber, Bahia-Palast, Bab Agnaou (das älteste Tor der Stadtmauer), die Souks. Bummel über den Djemaa-el-Fna, den berühmten Platz der Märchenerzähler, Schlangenbeschwörer, Gaukler, Musikanten und Händler.
14.04. Di. Marrakesch – Ouarzazate (F/A)
Fahrt durch die flache, fruchtbare Haouz-Ebene, weiter durch eine fantastische Berglandschaft hoch zum Tizi-n-Tichka-Pass (2260 m) mit atemberaubender Aussicht auf die Massive und Gipfel des Hohen Atlas. Diese Strecke zählt zu den landschaftlich schönsten und eindrucksvollsten Routen durch Marokkos Bergwelt. Fahrt nach Ait Benhaddou, dem beeindruckenden Wehrdorf mit verschachtelten Kasbahs aus Stampflehm, beliebte Kulisse von Hollywood-Filmen am Südrand des Hohen Atlas. 1987 erklärte es die UNESCO zum Weltkulturerbe. Seither bemüht man sich, die in modernere Siedlungen abgewanderten Einwohner zur Restaurierung und Rückkehr in ihr altes Dorf zu bewegen. Spaziergang (ca. 1,5 Std.) durch Ait Benhaddou bis zum höchsten Punkt des Wehrdorfes und zurück. Anschließend Besichtigung des Solarkraftwerks Noor bei Ouarzazate. Es ist das erste von fünf geplanten Solarkraftwerken in Marokko. Übernachtung im Hotel Oscar (4****), Ouarzazate.
15.04. Mi. Ouarzazate – Zagora – M’Hamid (F/A)
Fahrt in südlicher Richtung ins landschaftlich bezaubernde Drâa-Tal. Der ca. 1000 km lange Oued Drâa ist der längste Fluss Marokkos und soll vor Jahrtausenden so viel Wasser gehabt haben, dass in ihm Fische und Krokodile leben konnten. Der Weg führt durch ein fruchtbares Tal mit palmenbestandener Oasenlandschaft, zahlreichen Dörfern und Kasbahs. In 3 Etagen haben die Berber hier Kulturen angelegt. Auf der 3. Etage sind Dattelpalmen, auf der 2. Obstbäume (Aprikosen, Granatäpfel, Mandeln) und auf der 1. Etage Getreide- und Gemüsefelder. Einem ausgeklügelten Bewässerungssystem ist es zu verdanken, dass auf kleinstem Raum während des ganzen Jahres größere Erträge möglich sind. Besuch der Oasenstadt Zagora, ehemalige Karawanenstation („Tor zur Sahara“), heute Markt- und Verwaltungszentrum des Drâa-Tals. Sehenswert ist der rege Tauschhandel auf dem Markt. Eine Vorstellung von den abenteuerlichen Wüstendurchquerungen bekommt man am südlichen Ortsrand von Zagora, wo ein altes Schild die Entfernung ins ehemals reiche Timbuktu angibt: „52 Tage nach Timbuktu“ (die Zeit, die eine Kamelkarawane benötigte). Fahrt mit Allradfahrzeugen in die Wüste, mit bis zu 100 m hohen Dünen bei M`Hamid südlich von Zagora - ein Sahara-Erlebnis in und auf den Dünen bei Sonnenuntergang und unter einem klaren Sternenhimmel. Übn. in M’Hamid, Dar Azawad Boutique Hotel (4****).
16.04. Do. M’Hamid – Taroudant (F/A)
Fahrt über Tazenakht und Taliouine nach Taroudant mit ca. 2-stündiger Wanderung bei Taliouine (1030 m). Die Oasenstadt (ca. 7000 Einwohner) ist eingebettet in die östlichen Ausläufer des Souss-Tales unweit südlich des Hohen Atlas. Die Bevölkerung besteht mehrheitlich aus Berbern, die ihre Heimatdörfer wegen der langandauernden Trockenperioden verlassen und sich in der Hoffnung auf Arbeit in der Stadt angesiedelt haben. Die vorgesehene Wanderung ist leicht; sie führt durch das Tal des Baches Ain Bisekran mit Lehmhäusern und Obstgärten, in denen vor allem Mandelbäume angebaut werden. Weiterfahrt über mehrere Passhöhen mit herrlichen Ausblicken über den Anti-Atlas nach Taroudant, alte Hauptstadt der Souss-Ebene, in einem intensiv genutzten landwirtschaftlichen Gebiet gelegen. Fruchtbare Felder, Gärten, Olivenhaine und Orangenplantagen umgeben die Oasenstadt und machen sie zum Umschlagplatz der Landwirtschaft der Souss-Ebene. Besichtigung eines Teils der 8 km langen Stadtmauer aus Stampflehm und der sehr interessanten Souks. Übernachtung im Riad Dar Zitoune (4****).
17.04. Fr. Entlang der Atlantikküste zurück nach Marrakesch (F/A)
Fahrt an der Touristenhochburg Agadir vorbei nach Essaouira, Provinzhauptstadt auf einer kleinen, flachen Landzunge an der mittleren Atlantikküste, bekannt für kunstvolle Intarsienarbeiten (Argan-, Thuja-, Nussbaum-, Zitronenbaum- und Ebenholz mit Perlmutt-, Kupfer- und Silbereinlagen), außerdem als drittgrößter Sardinenhafen Marokkos. Da die noch vollständig erhaltene Medina (UNESCO-Weltkulturerbe) erst im 18. Jh. nach den Plänen eines Franzosen angelegt wurde, weist sie eine Besonderheit mit ihren geradlinig verlaufenden, sich rechtwinklig kreuzenden Straßen auf. Die weiß gekalkten, zweistöckigen Häuser mit ihren grün und blau gestrichenen Türen und Fenstern, ihren zahlreichen Toren, Bogengängen und Arkaden erinnern an portugiesische bzw. spanisch-andalusische Landstädtchen. Besichtigung einer Arganölkooperative. Hier wird in mühevoller Handarbeit von Frauen der Region das wertvolle Arganöl gewonnen. Zur Herstellung von einem Liter Öl werden etwa 4,5 kg Samenkerne (von etwa 30 kg Früchten) benötigt. Arganbäume („Ziegenbäume“ Argania spinosa) kommen im südwestlichen Marokko und im südöstlichen Algerien vor, wo sie landschaftsbestimmende, lichte Trockenwälder bilden. Ihr Samenöl wird wie das Olivenöl verwendet, z.B. mit gepressten Mandeln und Honig vermischt als „Amlou“ zum Frühstück (ist aber auch ein begehrter Exportartikel z.B. für Kosmetika-Produkte). Neben der modernen Herstellung durch maschinelle Röstung und Pressung hat sich die traditionelle Herstellung von Hand vor allem im Bereich von Frauenkooperativen erhalten. In Marokko ist etwa 80% der Arganöl-Gewinnung reine Handarbeit. Am Abend Ankunft in Marrakesch und Abschiedsabendessen im Hotel. Übernachtung im Hotel Les Jardins de l’Agdal (4****).
18.04. Sa. Marrakesch – Frankfurt (F)
Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen. Flug (z.Z. 09.00 Uhr) mit Royal Air Maroc über Casablanca nach Frankfurt. Ankunft z.Z. 15.35 Uhr. Individuelle Heimreise.
Programmänderungen aus reisetechnischen/wetterbedingten Gründen vorbehalten.
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